Berlin-Lichtenberg

Gemeinschaftsunterkunft

85 Bewohnerplätze

Im September 2012 übernahm die PRISOD GmbH in Lichtenberg ein Gebäude, um innerhalb weniger Stunden eine Notunterkunft für geflüchtete Menschen herzurichten. Die Zimmer wurden mit Betten, Matratzen und allem Nötigen ausgestattet, um bald darauf die ersten Flüchtlinge aufzunehmen. Heute bieten wir bis zu 150 Menschen aus Syrien, Afghanistan, Irak oder Moldau ein sicheres Zuhause. Hier sind sowohl Familien als auch Alleinreisende in Zimmern untergebracht, Küchen und Toiletten werden gemeinschaftlich genutzt. Unser Sozialdienst vermittelt Kinder in Schulen und Kitas, Erwachsene zu Ämtern und Ärzten, organisiert Sprachunterricht, Kinderbetreuung oder hilft bei der Arbeitsmarktintegration. 

Wir freuen uns über die Unterstützung zahlreicher Initiativen aus der Nachbarschaft. Der engagierte Kinder- und Jugendgesundheitsdienst des Bezirksamts Lichtenberg hält in unserem Wohnheim eine monatliche Hebammensprechstunde ab, in der sich Schwangere und junge Mütter bei Fragen rund um ihre Schwangerschaft und die Kindesgesundheit an Sozialarbeiter*innen wenden können. Deutschkurse werden im Bezirk u.a. von der Volkshochschule Lichtenberg angeboten, mit der wir kooperieren, um die wenigen Plätze mit motiviert Lernenden zu besetzen. Die Fach- und Netzwerkstelle Licht-Blicke hilft uns bei der Koordination von Ehrenamtlichen. Der Verein publicata sensibilisiert die Öffentlichkeit mit Tagungen und wirbt mit Kunstaktionen für gegenseitiges Verständnis. Das Portal Lichtenberg hilft sorgt dafür, dass Spendenwillige und Bedürftige zusammenfinden. In einer aktuellen Bedarfsliste veröffentlichen wir, welche Dinge gerade benötigt werden. Mit der Willkommensinitiative Lichtenberg verbindet uns eine gewachsene Freundschaft. Sie fungiert als Anlaufstelle für Freiwillige und hilft dabei, uns mit den bezirklichen Initiativen zu vernetzen. Jeden Freitag ist Unterricht: Freiwillige Hobby-Deutschlehrer*innen suchen unsere Räume auf, um kostenlos Deutsch zu vermitteln. Im Rahmen des Projektes Ankommen erhalten wir jede Woche Besuch von der GSJ, der Gesellschaft für Jugend und Sport gGmbH. Das Team arbeitet mit mobilen Spiel- und Sportangeboten und organisiert Schwimmbadbesuche für alle Kinder und Jugendlichen im Alter von 8 bis 14 Jahren. Regelmäßiges Fußballtraining erhält unsere kleine Mannschaft durch den Verein Champions ohne Grenzen, der sich in mehreren PRISOD-Unterkünften vorbildlich engagiert. Die Initiative bietet Fußball von und für Geflüchtete, für Erwachsene und Kinder, für Männer und Frauen, sprich: für alle, die Lust auf Ball haben!

Wir kooperieren eng mit der mit der Bürgerinitiative für ausländische Mitbürger. Der Verein ist ein Träger des Berliner Integrationslotsenprojektes. Zwei Tage pro Woche kommt eine Integrationslotsin direkt in die Einrichtung, um als Sprachmittlerin bei Beratungen aufzutreten und uns mit ihrem Fachwissen zu unterstützen. Ein weiteres Integrationslotsenprojekt wird von Kiezspinne FAS angeboten. Die Lotsinnen und Lotsen sprechen Arabisch, Persisch (Farsi, Dari), Paschto, Vietnamesisch und Russisch. Sie sind keine ausgebildeten Dolmetscher*innen, sondern schon lange in Deutschland lebende Migrant*innen, die mit ihren sprachlichen und kulturellen Kompetenzen die Integration von Geflüchteten in unsere Gesellschaft befördern.

Die Evangelische Schule Berliner Zentrum hat das Projekt Verantwortung ins Leben gerufen, bei dem Jugendliche ihre Schulzeit als individuelle Lernzeit nutzen dürfen, um sich bürgerschaftlich zu engagieren. Ganz konkret bedeutet das den wöchentlichen Besuch dreier Schülerinnen, die unter Anleitung unserer Kinderbetreuerin kleinere Projekte mit den Kindern durchführen und bei der Kinderbetreuung unterstützen. Die Fotografin Kate Hollet initiierte das Fotoprojekt Picture this, bei dem alle Beteiligten mit einer Einwegkamera durch den Kiez zogen, um ihre Eindrücke vom fremden Leben in Deutschland zu dokumentieren. Die Ergebnisse des Refugee Photography Project wurden im Mai 2016 in einer Galerie in Berlin-Mitte gezeigt. Große Unterstützung erfahren wir das ganze Jahr über von der katholischen Kirchgemeinde Friedrichsfelde Zum guten Hirten, die uns regelmäßig mit Spenden ausstattet. Ganz besonders herzlich haben wir die Weihnachtsgeschenke in Erinnerung, die bereits zwei Jahre hintereinander für sämtliche Kinder und Jugendliche der Einrichtung gesammelt und liebevoll verpackt wurden. 

Mit ihrem besonderen Einsatz überraschen uns auch Politikerinnen und Politiker. Um nur einige Beispiele zu nennen: Die Bundestagsabgeordnete Dr. Gesine Lötzsch brachte im Winter Transporterladungen voller Geschenke und Spenden für Flüchtlingsfamilien vorbei. Die Abgeordneten Martin Pätzold und Ole Kreins statteten uns Besuche ab, um herauszufinden, wie sie unsere Arbeit unterstützen können. Die Linksfraktion der Lichtenberger Bezirksverordnetenversammlung sammelte Geld für Deutschlernbücher.

Danke Lichtenberg, ihr seid spitze!