Soziale Arbeit

Soziale Arbeit bietet Menschen praktische Unterstützung, die diese aus den unterschiedlichsten Gründen benötigen. Jede Unterkunft der PRISOD unterhält einen Sozialdienst, der den Bewohner*innen im Rahmen fester Sprechzeiten beratend und unterstützend zur Verfügung steht. Die in den Unterkünften tätigen Sozialdienste setzen sich aus Sozialarbeiter*innen, Sozialpädagog*innen sowie Kinder- und Sozialbetreuer*innen zusammen. Sie erhalten regelmäßige Schulungen zu verschiedenen relevanten Themen und nehmen an einer Supervision teil.

Sozialdienst

 

Das Leben in einer Unterkunft für Geflüchtete bietet den Bewohner*innen einen ersten, festen Lebensmittelpunkt nach der Flucht. Der Sozialdienst einer jeden Unterkunft unterstützt und berät die Bewohner*innen in verschiedenen, für sie relevanten Bereichen und Fragestellungen: Was sind meine Rechte und Pflichten, wie sie beispielsweise im Ausländer-, Asylbewerberleistungsgesetz oder im Asylverfahrensrecht festgehalten sind? Wo kann ich juristische Hilfe bekommen? Wann darf ich arbeiten, wann Integrationskurse besuchen? Welche Bildungsabschlüsse und berufliche Erfahrungen sind vorhanden, werden Zeugnisse anerkannt? Wo ist das Bürgeramt, wo die Ausländerbehörde, wie melde ich mich bei einer Krankenkasse an? Wie können Dolmetscher- und Übersetzungsdienste angefordert werden?

Sind solche und andere Fragen geklärt, bemüht sich der Sozialdienst um die Vermittlung der Bewohner*innen in bedarfsgerechte Angebote, wie beispielsweise Deutsch- und Integrationskurse, Ausbildungen und andere Qualifizierungsangebote. Er stellt bei Bedarf den Kontakt zu Migrant*innenenverbänden, Vereinen, der Nachbarschaft und Ehrenamtlichen her. Beratung und Unterstützung erhalten die Bewohner*innen auch bezüglich der Wohnungssuche, des Verfassens von Lebensläufen und anderen Formularen etc. Eltern werden bei der Vermittlung ihrer Kinder in örtlichen Kitas und Schulen unterstützt, auch stellt der Sozialdienst Kontakt zu Schul- und Gesundheitsämtern her.

Unsere Sozialdienste arbeiten stets Hand in Hand mit Fachberatungsstellen und den relevanten bezirklichen Fachdiensten und Ämtern. So bieten die Sozialdienste beispielsweise Beratung und Vermittlung zu Expert*innen in Fragen der physischen und psychischen Gesundheit an, die gerade für Geflüchtete aus Kriegsgebieten wichtig sind.

Unsere Sozialarbeit basiert auf dem Prinzip der „Hilfe zur Selbsthilfe“, das heißt, dass wir den Bewohner*innen so viel Unterstützung zukommen lassen, wie individuell nötig ist, sie jedoch zugleich dahingehend ermutigen und unterstützen, möglichst viele Schritte eigenständig zu gehen. Dies ertüchtigt viele Geflüchtete binnen kurzer Zeit, auf eigene Faust aktiv zu werden und durch (Teil-)Erfolge Vertrauen in den eigenen Umgang mit den Herausforderungen in Deutschland zu erlangen. So werden beste Voraussetzungen für die gelungene Integration in das gesellschaftliche Gefüge geschaffen.

Kinderklubs

 

Kinderklubs sind ein zusätzliches Angebot für die Kinder in den Unterkünften. In den kindgerecht eingerichteten Räume bieten Kinderbetreuer*innen mehr als Betreuung und Aufsicht. Hier wird gemeinsam gespielt, gelernt, gesungen und gebastelt.

Kinder wollen spielen und lernen. In vielen Flüchtlingsfamilien sind meist sie diejenigen, die sich zuerst auf Entdeckungstour in ihre neue Berliner Umwelt begeben. Neben einem geregelten Kita- oder Schulbesuch in den nachbarschaftlichen Kindertagesstätten und Schulen ermöglichen wir in unseren internen Kinderklubs verschiedene Spiel- und Freizeitmöglichkeiten.

Gemeinsame Ausflüge auf den Spielplatz, Sportwettbewerbe oder Bastelnachmittage stärken das Gemeinschaftsgefühl. Die Jugendbereiche verfügen über eine Bibliothek, freien Internetzugang, Gesellschaftsspiele und manchmal sogar über einen Fernseher, eine Tischtennisplatte oder einen Kicker. Zusätzlich bemühen wir uns um externe Sport-, Kunst- und Kulturkurse in der Nachbarschaft, um auch den Jüngsten die Gelegenheit zu geben, regelmäßig „raus zu kommen“ und ihre individuellen Interessen zu entdecken.

Für die Schulferien erarbeiten wir einen Ferienplan mit ganz besonderen Aktivitäten. Viele ehrenamtlich Engagierte unterstützen unsere Pädagog*innen dabei, ein buntes Programm anzubieten. Mindestens einmal pro Jahr organisieren wir die Teilnahme an einem altersgerechten kulturellen Event, z.B. ein Besuch im Theater oder im Kino. In den „Kinderklubs“ treffen die Kleinen aus verschiedenen Herkunftsländern zusammen und sind motiviert, schnell unsere Sprache zu lernen, um sich mit ihren Altersgenoss*innen verständigen zu können. Nicht selten genügen wenige Wochen, bis sich Kinder in deutscher Sprache verständigen können. Dabei achten wir darauf, die erziehungsberechtigten Eltern jederzeit einzubinden, damit sie von den Fortschritten ihrer Kinder aktiv profitieren können und die Familien gestärkt werden. Den Kitas, Schulen und Vereinen stehen unsere Sozialarbeiter*innen als Ansprechpartner*innen zur Verfügung, um den Kontakt zu den Familien zu erleichtern. Schulprojekte und Hausaufgaben werden in den „Kinderklubs“ erledigt, einige Unterstützerkreise bieten sogar nachmittägliche Lernhilfegruppen an.

Manche Erfahrungen, die Kinder im Krieg und auf der Flucht machen, hinterlassen in ihrer Seele tiefe Verletzungen. Unser pädagogisches Fachpersonal wird im Umgang mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen sensibilisiert und steht in engem Austausch mit den Sozialdiensten der Einrichtungen, um Familien multidisziplinär und vollumfänglich zu betreuen.